Firmeninsolvenzen steigen um 0,8 Prozent
Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Bürgel ist die Zahl der Firmeninsolvenzen im ersten Quartal um 0,8 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden 7.460 Unternehmen in Deutschland zahlungsunfähig.
15.07.2013
Berlin, 25.06.2013 — Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Bürgel ist die Zahl der Firmeninsolvenzen im ersten Quartal 2013 leicht gestiegen. Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 7.460 Unternehmen zahlungsunfähig. Dies ist ein leichter Anstieg um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Bürgel-Studie "Firmeninsolvenzen 1. Quartal 2013".
Für das Jahr 2013 prognostiziert die Wirtschaftsauskunftei einen Anstieg von einem Prozent auf knapp 30.000 Unternehmensinsolvenzen. Damit würden die Firmeninsolvenzen nach drei Jahren rückläufiger Zahlen in diesem Jahr wieder ansteigen. "Die schwache Konjunktur im vierten Quartal 2012 wirkt sich aktuell nachgelagert auf die Zahl der Firmeninsolvenzen aus", erklärt Bürgel-Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die Zahlen. Die wirtschaftliche Lage habe sich zwar im ersten Quartal 2013 wieder etwas stabilisiert. Das Wachstum betrug 0,1 Prozent. Allerdings deuteten viele Indikatoren der Wirtschaftsexperten auf ein stärkeres Plus der Insolvenzen hin. Die Impulse für die Wirtschaft seien zu Beginn des Jahres besonders von den privaten Haushalten gekommen, die ihre Ausgaben aufgrund von gestiegenen Löhnen und einer stabilen Beschäftigungslage erhöht hätten. Die deutschen Unternehmen investierten hingegen wegen der Verunsicherung durch die Schuldenkrise weniger.NRW führt Insolvenzstatistik an
Nordrhein-Westfalen führt die Insolvenzstatistik bei den absoluten Zahlen mit 1.949 zahlungsunfähigen Unternehmen an. Aber auch Bayern (965 Firmeninsolvenzen), Baden-Württemberg (798), Niedersachsen (747) und Hessen (543) weisen hohe Werte auf.Im relativen Vergleich mit Fokus auf die Firmendichte in den Bundesländern zeigt sich ein differenziertes Bild. Bei der Betrachtung der Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen führt Bremen die Insolvenzstatistik an (35 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen). Über dem Bundesdurchschnitt von 24 zahlungsunfähigen Unternehmen je 10.000 Firmen rangieren auch Sachsen-Anhalt (32 Fälle je 10.000 Firmen), Nordrhein-Westfalen (30), Sachsen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen (je 28), Thüringen (26), Saarland sowie Berlin (je 25). In Bayern mit 17 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, gefolgt von Baden-Württemberg (18) sowie Brandenburg (19) gab es die wenigsten Insolvenzen.
Stärkster Rückgang in Thüringen
Die Entwicklung leicht steigender Firmeninsolvenzzahlen zeigt sich nicht in allen Bundesländern. Acht Länder verzeichnen sogar rückläufige Zahlen. Den stärksten Rückgang meldete Thüringen mit 5,2 Prozent weniger zahlungsunfähigen Firmen im Vergleich zum Vorjahresquartal. Weniger Insolvenzen gab es auch in Brandenburg (- 5,1 Prozent), Baden-Württemberg (- 3,3 Prozent), im Saarland (- 2,2 Prozent) sowie in Niedersachsen (-1,3 Prozent), Bayern (- 1,2 Prozent), Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz (- 0,6 Prozent).Einen starken Anstieg verbucht Sachsen-Anhalt mit sieben Prozent mehr Firmeninsolvenzen. Ebenso steigen die Fallzahlen in Berlin (+ 6,4 Prozent), Hamburg (+ 6,3 Prozent), Sachsen (+ 5,6 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (+ 4,9 Prozent).
Viele Jungunternehmen betroffen
Der Negativtrend, dass viele Jungunternehmen von Insolvenzen betroffen sind, setzt sich fort. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) aller Insolvenzen im ersten Quartal 2013 wurden von Firmen angemeldet, die nicht länger als zwei Jahre am Markt aktiv waren. Gerade in der Startphase sorgt vor allem eine fehlende Kapitalausstattung für Finanzierungsschwierigkeiten. Auch scheitern Neugründungen, wenn sich deren Geschäftsideen als nicht marktgerecht erweisen. Zudem machen den Gründern vor allem Marktveränderungen, strategische Fehlentscheidungen und mangelnde interne Kompetenz zu schaffen.Hauptursache: Ausbleiben von Aufträgen
Die Hauptursachen für Unternehmenspleiten bleiben das Ausbleiben neuer Aufträge bzw. Stornierung und die Verschiebung bereits erteilter Aufträge. Auch das Zahlungsverhalten von Kunden wirkt sich unmittelbar auf die Liquidität von Unternehmen aus. Unternehmen, die mit hohen Zahlungsausfällen kämpfen müssen, haben nur einen begrenzten Finanzierungsspielraum. Laut Bürgel werden so Dominoeffekte angestoßen, die mit Zahlungsverzögerungen, Liquiditätsengpässen und Finanzierungsschwierigkeiten beginnen und schließlich manches Unternehmen in die Insolvenz treiben. Aktuell sind rund 20 Prozent der insolventen Unternehmen von Dominoeffekten betroffen.Die komplette Studie finden Sie zum Download auf: www.buergel.de.