Fachkräftemangel im Mittelstand: Jede dritte Kooperation muss offene Stellen unbesetzt lassen
Während sich die deutschen Mittelstandskooperationen weiter auf Wachstumskurs befinden,weitet sich der Fachkräftemangel bedrohlich aus. Jede dritte Kooperation kann offene Stellen nicht qualifiziert besetzen. Daher verstärken die Unternehmen nun ihr Engagement bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, wie die aktuelle Konjunkturumfrage von DER MITTELSTANDSVERBUND — ZGV und Der Handel aufzeigt.
22.07.2011
Berlin, 22. Juli 2011. Während sich die deutschen Mittelstandskooperationen weiter auf Wachstumskurs befinden, weitet sich der Fachkräftemangel bedrohlich aus. Jede dritte Kooperation kann offene Stellen nicht qualifiziert besetzen. Daher verstärken die Unternehmen nun ihr Engagement bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage von DER MITTELSTANDSVERBUND — ZGV und Der Handel.
Der kooperierende Mittelstand wuchs auch im zweiten Quartal 2011 kräftig. 76 Prozent der befragten Verbundgruppen, zu denen u.a. NOWEDA, EDEKA, REWE, INTERSPORT, EP: ElectronicPartner, Expert, hagebau oder BÄKO zählen, konnten ihr Umsatzvolumen steigern. Für das dritte Quartal rechnen 59 Prozent der Befragten mit einem Umsatzplus. Auch die Ertragslage entwickelte sich positiv. Nachdem 54 Prozent der Verbundgruppen ihre Gewinne im zweiten Quartal steigern konnten, erwartet immer noch jede zweite Gruppe auch für das dritte Quartal steigende Erträge.
Gleichzeitig drohen zunehmende Personalengpässe, die positive Entwicklung zu bremsen. Jede dritte Kooperation (35 Prozent) musste im vergangenen Quartal offene Stellen unbesetzt lassen. Die Verbundgruppen ergreifen daher unterschiedliche Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. 77 Prozent der Kooperationen verstärken ihren Einsatz bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, 54 Prozent engagieren sich intensiver bei der Ausbildung junger Menschen. Während 48 Prozent der Befragten hoffen, durch eine verbesserte Außendarstellung mehr qualifizierte Bewerber zu erhalten, setzt jede vierte Verbundgruppe (27 Prozent) zu diesem Zweck auf Modelle der Arbeitszeitflexibilisierung. Darüber hinausgehende Maßnahmen zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit (15 Prozent) oder die Anwerbung von Fachkräften im Ausland (2 Prozent) spielen bislang eine eher untergeordnete Rolle.
Als Spitzenverband von 230.000 mittelständischen Unternehmen, die in 320 Verbundgruppen kooperieren, hat DER MITTELSTANDSVERBUND auf die wachsende Bedeutung interner Weiterbildungsmaßnahmen für den kooperierenden Mittelstand reagiert. Am 1. Juli 2011 wurde gemeinsam mit der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) die Akademie der Verbundgruppen ADV ins Leben gerufen. Mit der gemeinsamen Personalentwicklungsplattform sollen die Verbundgruppen und ihre Mitgliedsunternehmen durch professionelle und maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen im Wettbewerb gestärkt werden ().
An der Konjunkturumfrage haben sich 70 Kooperationszentralen aus insgesamt 14 Branchen beteiligt. Die Erhebung wird regelmäßig von DER MITTELSTANDSVERBUND und Der Handel durchgeführt und bietet ein repräsentatives Bild der Geschäftslage im kooperierenden Mittelstand.
Die vollständige Ergebnisse der Konjunkturumfrage stehen HIER zum Download bereit.