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Expertenwerkstatt Rating: ZGV zu Gast bei der DATEV

Mit dem Ziel einer systematischen Verbesserung des Datenflusses beim Mitgliederrating diskutierten Experten aus namhaften Verbundgruppen im ZGV mit Europas bisher einzigem berufsständischen IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte sowie deren Mandanten.

23.02.2007

Immer komplexere geschäftliche Verbindungen und umfassendere Leistungen zwischen Verbundgruppenzentrale und Mitglied erfordern mehr Verlässlichkeit und größere Transparenz auch über die wirtschaftliche Lage des einzelnen Unternehmens. Deshalb haben einige Verbundgruppen in den zurückliegenden Jahren Ratingsysteme entwickelt und eingeführt. Die Durchsetzung ist jedoch aufwendig und kostet den Verbundgruppen Kraft. Nicht nur die Generierung der Bereitschaft, die oft sensiblen betriebswirtschaftlichen Daten gegenüber der Verbundgruppenzentrale offen zu legen, stellt sich häufig als besondere Herausforderung dar, sondern auch die Erhebung der erforderlichen Kennziffern ist zeitraubend und oft nur mit erheblichen Verzögerungen möglich.

Deshalb liegt es nahe, nach geeigneten Partnern zu suchen, die professionelle Unterstützung anbieten können. Vielversprechender Ansatzpunkt ist der Steuerberater, dessen Aufgabenspektrum in den letzten Jahren ständig gewachsen ist. Viele Steuerberater bieten über ein Standardprogramm im Buchführungsbereich hinaus Analysen der Erfolgs-, Vermögens- und Finanzlage eines Unternehmens an und können damit die strategische Ausrichtung eines Mandanten überprüfen. Mit Hilfe dieser Analysen kann der gesamte Unternehmensprozess, von der Warenwirtschaft über das Rechnungs- und Personalwesen bis hin zum Kundenmanagement optimal organisiert werden.

Hinter diesen komplexen Dienstleistungen steht Europas bisher einziger berufsständischer IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte sowie deren Mandanten, die DATEV eG in Nürnberg. Sie stellt ihre Leistungen den rund 39200 Mitgliedern der Genossenschaft unter Verwendung höchst effizienter IT- und Drucktechnologie bereit.

Diese einzigartige „Schlagkraft“ und insbesondere die im System erfassten oder durch das System erfassbaren Daten nutzen bereits einige Mitglieder des ZGV zur Verbesserung der Transparenz in ihren Gruppen. Weit größere Potentiale sind aber noch unerschlossen, von denen die Verbundgruppen und deren Mitglieder ebenso profitieren könnten, wie die Steuerberater, so Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender der DATEV in seinem Einführungsvortrag. Am Beispiel der Intersport erläuterten Reinhard Wolf (INTERSPORT Deutschland e.G.), Dr. Ralf Würthwein (GENO RiskSolutions) sowie Dr. Peter Krug (DATEV), wie eine elektronische Übertragung der Jahresabschlüsse an die Mitgliederratingsysteme der Verbundgruppen zeitnah und fehlerfrei erfolgt und welche Rolle die Steuerberater hierbei spielen.

3 namhafte Verbundgruppen nutzen bereits diese elegante Möglichkeit auf Basis eines zwischen der DATEV und dem ZGV geschlossenen Rahmenvertrages.

Im Expertenworkshop entbrannte eine ausführliche Diskussion über die Frage, wie Steuerberater und Unternehmen motiviert werden können, das System über Pilotansätze hinaus “in die Fläche“ zu tragen. Die DATEV bot an, für gemeinsame Veranstaltung mit den Zentralen zur Verfügung zu stehen. Darüber hinaus stellten die DATEV-Experten ihr Projekt der optimierten, arbeitsteiligen Buchhaltung vor. Ihr Ziel ist, die Originalrechnungen und Belege, die heute meist physisch vom Unternehmer zum Steuerberater gebracht werden müssen, zu digitalisieren und in einem Portal sowohl den Steuerberatern als auch den Mandanten (Anschlusshäusern) stets abrufbereit zur Verfügung zu stellen.

Jörg Glaser (ZGV und ServiCon) wies darauf hin, dass auch in dem neuen ServiCon Rechnungsportal (, alphaplus), für eine kostengünstige Gestaltung intelligenter Rechnungsworkflows zwischen Lieferanten, Zentralen, Anschlusshäusern und Endkunden (unter Berücksichtigung der Vorschriften zur Digitalen Signatur) ein „Abzweig“ zum jeweiligen Steuerberater freigeschaltet werden könnte, wenn die Geschäftsmodelle der Verbundgruppen und der DATEV zusammenpassen.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass es vielfältige Ansatzpunkte für Synergien bei einer engeren Zusammenarbeit gibt. Ins Auge gefasst wurde deshalb, die „Werkstatt“-Veranstaltungen mit der DATEV fortzusetzen.

Der ZGV wird diese Aktivitäten bei der Fortentwicklung der Zertifizierung von Mitgliedern der Verbundgruppen eng begleiten. Er könne sich vorstellen, dass bei einer Bonifizierung eines Verbundgruppenmitgliedes durch eine Bank oder einen anderen Finanzdienstleister das Rating durch die jeweilige Verbundgruppe zusätzlich gewürdigt werde, wenn es auf geeigneten Analysen fuße und nach einem allgemein akzeptierten Standard dokumentiert sei, so Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des ZGV in seinem Resümee. Eckard Schwarzer, Mitglied der Geschäftsleitung der DATEV, regte Folgeworkshops zu speziellen Themen an. Auf fachlicher Seite wurde als nächster Schritt ins Auge gefaßt,, eine typische Zentralregulierung hinsichtlich ihrer Datenströme und möglicher Schnittstellen zu Daten der Steuerberater im Detail zu analysieren (Interessenten für einen solchen Workshop mit melden sich bitte bei j.glaser@zgv-online.de).

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