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EU-Studie zur Lebensmittelbranche: Handel unter Beschuss?

Die EU-Kommission will in einer neuen Studie untersuchen lassen, ob die verstärkte Marktkonzentration und die Verwendung von Eigenmarken sich möglicherweise nachteilig auf Angebot und Innovation in der europäischen Lebensmittelbranche ausgewirkt haben. Dieser Studienauftrag zeigt erneut und deutlich, wie sehr der LEH unter Beschuss durch Verbraucherschützer und Lobbyisten der Agrar- und Ernährungswirtschaft steht.

18.12.2012

Brüssel, 18. Dezember 2012. Die Europäische Kommission will in einer neuen Studie untersuchen lassen, ob die verstärkte Marktkonzentration und die Verwendung von Eigenmarken sich möglicherweise nachteilig auf Angebot und Innovation in der europäischen Lebensmittelbranche ausgewirkt haben.

Die Kommission fordert jetzt im Zuge einer Ausschreibung interessierte Fachwissenschaftler auf, bis zum 14. Februar 2013 ihre Vorschläge einzureichen. Der endgültige Studienbericht soll Ende 2013 vorliegen. Die Kommission wird die Ergebnisse auswerten und eventuell Vorschläge zum Marktgeschehen auf den europäischen Lebensmittelmärkten vorlegen.

„Viele Marktteilnehmer beklagen, dass die europäischen Lebensmittelmärkte nicht richtig funktionieren; um diesen Vorbringen nachgehen zu können, brauchen wird allerdings zuverlässigen Daten“, so der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission Joaquín Almunia. „Deshalb wollen wir in einer eingehenden Studie der Frage nachgehen, ob den europäischen Verbraucherinnen und Verbrauchern ein ausreichendes Angebot und innovative, bedarfsgerechte Produkte zur Verfügung stehen. Diese Studie soll uns helfen, die bestehenden Probleme so gut wie möglich zu beheben.“

In der Einzelhandelsbranche hat sich der Markt in den letzten Jahren weiter konzentriert. Gleichzeitig haben Einzelhändler eigene Marken eingeführt, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Aufgrund dieses Erfolgs, so resümiert die Kommission, haben sie gegenüber ihren Zulieferern mehr Verhandlungsmacht, was aber auch mit unfairen Handelspraktiken verbunden sein kann. Aus Angst, einen großen — und manchmal den einzigen — Abnehmer zu verlieren, könnten sich einzelne Zulieferer gezwungen sehen, ungünstige Geschäftskonditionen zu akzeptieren.

Dieser Studienauftrag zeigt erneut und deutlich, wie sehr der LEH unter Beschuss durch Verbraucherschützer und Lobbyisten der Agrar- und Ernährungswirtschaft steht. Nachdem das BKartA schon 2010 eine Sektoruntersuchung gestartet hat, beginnt die GD Wettberwerb jetzt mit einer wissenschaftlichen Studie die gleichen Fragen beantworten. Liest man ihre Pressenotiz, scheint das Ergebnis bereits festzustehen: Der Handel ist zu stark, die Landwirte und die Hersteller zu schwach, die ihnen gewährten Konditionen zu ungünstig und der Verbraucher leidet unterunzureichendem, innovationslosem Angebot. Ist es trotz dieser Vorurteile überraschend, dass der MITTELSTANDSVERBUND die Welt ganz anders sieht?

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