Erfolg durch Leidenschaft - Die Leistungskraft des Mittelstandes
Am Beispiel der Supermärkte der selbständigen EDEKAner erörterte Dirk Schlüter, Geschäftsführer der EDEKA Minden-Hannover und ZGV-Vizepräsident, die Leistungskraft des mittelständischen Handels auf dem MMM-Kongress 2008.
17.03.2008
„Die Neue Mitte — das Ende der Extreme“ — zur Behandlung dieses Themas konnte der Club für Moderne Markt-Methoden (MMM) rund 650 Teilnehmer vom 10. bis 12. Februar zum 46. MMM-Kongress in München begrüßen. Bemerkenswert war in diesem Jahr die hohe Zahl der Vertreter aus dem Handel. Im Fokus stand ein sich veränderndes Kundenverhalten, losgelöst von Discount und "möglichst-billig"-Mentalität, hin zu einer zunehmenden Gesundheits- und Wellnessorientierung.
Ein Paradebeispiel für die Leistungskraft des Mittelstandes brachte Dirk Schlüter, Geschäftsführer der EDEKA Minden-Hannover und ZGV-Vizepräsident, mit seinem Vortrag „Die Renaissance der Supermärkte — wie selbständige EDEKAner den Wettbewerb meistern“. Dabei analysierte er nicht nur die Situation des Vertriebstyps „Supermarkt“, sondern erörterte an diesem Beispiel Parameter für Kundenbindung und Kundenbedürfnisse im mittelständischen Handel.
Der Wunsch des Kunden nach Vertrautheit und Verbundenheit bilde offensichtlich einen Gegenpol zu den weltoffenen Werten und Folgen der Globalisierung. Die Menschen suchen, auch im Einkaufserlebnis, immer mehr Nähe, persönliche Bindung, Individualität und Orientierung, betonte Schlüter. Ein mittelständischer Händler könne genau diese Bedürfnisse der Kunden erfüllen, dabei sollte er auch die zunehmende Lifestyle-, Gesundheits- und Nachhaltigkeitsorientierung der Kunden nicht aus den Augen verlieren.
Schlüter wies in diesem Zusammenhang besonders auf die demographische Entwicklung und die damit verbundene Zunahme der Altersgruppe der „Best Ager“ hin, auf deren besondere Bedürfnisse sich die Händler einstellen müssten. Speziell diese Kundengruppe suche den persönlichen Kontakt, unterliege nicht mehr dem Druck zum Sparen und biete daher ein besonderes Potential für den Handel.
„Leidenschaft macht erfolgreich — bei nahezu gleichen Voraussetzungen gewinnt im Wettbewerb der, der leidenschaftlich kämpft — das gilt nicht nur im Sport“, mit diesen Worten charakterisierte Schlüter die Stärken der selbständigen mittelständischen Unternehmer. Auch den Kooperationsgedanken unterstrich er, indem er darauf aufmerksam machte, dass die selbständigen EDEKA-Einzelhändler zwar Individualisten, jedoch keine Einzelkämpfer seien. Fest und verlässlich eingebunden im genossenschaftlichen Bund unterstütze ein System von Förderleistungen und gemeinsamen Aktivitäten die Leistung jedes Einzelnen und wahre damit trotzdem die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Händler. Eine gekonnte Handelsleistung schlage Preis und Größe um Längen.