Energiewende von unten gestalten
DER MITTELSTANDSVERBUND traf sich mit Vertretern des Landesnetzwerks Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz in Mainz, um Ansatzpunkte für eine Kopplung von dezentraler Energieerzeugung mit dem lokalen Verbrauch zu erörtern.
11.04.2013
Mainz, 10.04.2013 — DER MITTELSTANDSVERBUND hat sich am 8. April in Mainz mit hochrangigen Vertretern des Landesnetzwerks Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz getroffen. Ziel des Gesprächs war eine mögliche Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Energiewende mit bezahlbarem Strom für den kooperierenden Mittelstand.
Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des MITTELSTANDSVERBUNDES, hob zu Beginn des Gesprächs die zunehmende Bedeutung der Energiekosten auf die Geschäftstätigkeit der Verbundgruppen und ihrer Anschlusshäuser hervor. Er betonte, dass die Energiewende "von unten mitgestaltet" werden müsse. Dazu müssten Energieproduzenten und Energieverbraucher institutionell und inhaltlich auf regionaler Ebene stärker zusammenarbeiten. Die Genossenschaft könne dafür die ideale Organisationsform bieten.Wie der Vorstand des Landesnetzwerks BürgerEnergieGenossenschaften Rheinland-Pfalz e.V., unter Leitung von Dietmar Freiherr von Blittersdorf, darlegte, nimmt Rheinland-Pfalz bei der Förderung und Vernetzung von solchen Bürgerenergiegenossenschaften eine führende Rolle in Deutschland ein. Ziel der Akteure sei eine dezentrale, konzernunabhängige und ökologische Energiegewinnung. Als Form der Bürgerbeteiligung biete sie Bürgern – vorwiegend auf kommunaler Ebene - die Möglichkeit, zur Energiewende und zum Klimaschutz beizutragen. Darüber hinaus böten (Bürger-) Energiegenossenschaften Anlage- und Investitionsmöglichkeiten in lokale und regionale Energieprojekte. Der Geschäftsbetrieb bestehe dabei überwiegend in der Errichtung und dem Betrieb von Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren Energien oder die Beteiligung an solchen Anlagen.
Veltmann gab zu Bedenken, dass eine Weiterentwicklung der Tätigkeitsfelder von Energie-genossenschaften den regionalen Verbrauch unmittelbar einbeziehen müsse. Nur wenn die erzeugte Energie auch regional - zum Beispiel innerhalb eines Netzwerks als "Eigenstrom" - verbraucht werde, sei sie "wirtschaftlich interessant".
Um die technische Machbarkeit und betriebswirtschaftliche Realisierbarkeit solcher "Prosumer"-Genossenschaften darstellen zu können, bedürfe es aus der Sicht aller Gesprächsteilnehmer eines repräsentativen Pilotprojekts. Ein solches könnte aufzeigen, "welche Möglichkeiten des gemeinsamen Engagements es gibt, um der erschreckenden Entwicklung vorgegebener Preise entgegen zu treten", sagte Veltmann. Gleichzeitig werde DER MITTELSTANDSVERBUND geeignete politische Rahmenbedingungen für die "Prosumer"-Genossenschaft einfordern.
Beschlossen wurde, das Gespräch über eine engere Zusammenarbeit und Fortentwicklung des "Prosumer"-Gedankens fortzusetzen.