Die Ausgaben der Krankenkassen
Die Krankenkassen haben 2005 zwar einen Überschuss von fast 1,8 Mrd. Euro erzielt.
08.06.2006
Die Krankenkassen haben 2005 zwar einen Überschuss von fast 1,8 Mrd. Euro erzielt. 2004 lag das Plus aber noch bei über 4,0 Mrd. Euro. Zu dieser negativen Entwicklung hat vor allem der Arzneimittelbereich beigetragen mit einem Ausgabenzuwachs von etwas 3,6 Mrd. Euro bzw. 16,8 Prozent je Kassenmitglied. Hauptursache war allerdings die gesetzlich festgeschriebene Wiederabsenkung des Arzneimittelrabatts zugunsten der Krankenkassen von 16 auf 6 Prozent zum 1. Januar 2005. Für 2006 geht das Bundesgesundheitsministerium von einer „Atempause“ aus: kein erneuter Überschuss bei stabilem Rekord-Beitragssatzniveau. Im Klartext bedeutet das eine hoch kräftigere Bilanzverschlechterung. Denn zum Abbau des Überschusses von fast 1,8 Mrd. Euro kommen hinzu die Anhebung des Bundeszuschusses um 1,7 auf 4,2 Mrd. Euro sowie das auf knapp 1,0 Mrd. Euro taxierte Entlastungsvolumen des Arzneimittel-Spargesetzes. Alles in allem entspricht das umgerechnet einer „Deckungslücke“ von rund 4,5 Mrd. Euro. An einer durchgreifenden Gesundheitsreform geht deshalb kein Weg vorbei. Ziel muss insbesondere eine Entkoppelung der Krankheitskostenfinanzierung vom Arbeitsverhältnis sein, mit Auszahlung des Arbeitgeberanteils in den Bruttolohn, einkommensunabhängige Gesundheitsprämien und steuerfinanziertem Sozialausgleich.