DENEFF-Jahresauftaktkonferenz: "Energieeffizienz ist Kernstück der Energiewende"
Bei der Jahresauftaktkonferenz der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) war am 26.02.2013 in Berlin besonders die bislang untergeordnete Rolle der Energieeffizienz im Wahljahr Thema.
27.02.2013
Berlin, 27.02.2013 — Rund 200 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft diskutierten am 26.02.2013 bei der Jahresauftaktkonferenz der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) Wege zu neuen Partnerschaften für Energieeffizienz. Zum ersten Mal war auch DER MITTELSTANDSVERBUND, vertreten durch Sebastian Stransky, Referent für Energiepolitik und -management, unter den Teilnehmern.
v.l.n.r.: Carsten Müller, Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer, Christian Noll, Dörte Heimann, Günther Oettinger, Christoph von Speßhard, Dr. Christoph Zschocke, Martin Bornholdt
Hauptredner der Konferenz, die zum Leitmotiv die "Bedeutung strategischer Partnerschaften für die künftigen Energieeffizienzmärkte" hatte, waren EU-Energiekommissar Günther Oettinger, Bundesbauminister a.D. Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer und Staatssekretär Rainer Bomba vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung. Günther Oettinger betonte in seinem Grußwort, dass die Energiewende ein europäisches Projekt sein müsse: "Deutschland darf nicht davonrennen". Nachhaltige Erfolge bei der Implementierung von erneuerbaren Energien, der Energieeffizienzsteigerung und somit der CO2-Reduktion innerhalb der EU seien nur möglich, wenn die europäischen Nachbarn auf dem Weg "mitgenommen" würden. Ein "deutsches Davonrennen" beim Ausbau der erneuerbaren Energien könne die Motivation anderer Mitgliedsstaaten beeinträchtigen. Oettinger betonte, dass die Effizienzsteigerung "das Gebot der Stunde" sei; nicht nur im Strombereich, sondern auch und vor allem bei der Wärme und Kälteversorgung der Gebäude.
Bundesbauminister a.D. Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer wählte in seinem Keynote klare Worte: "Die Energieeffizienz ist das Kernstück für den Erfolg der Energiewende." Dabei müsse für eine revolutionäre Verbesserung der Energieeffizienz der Kanon der staatlichen Flankierung ausgebaut werden. Aufgabe des Staates sei es zu fördern, sowohl durch direkte Investitionsunterstützung als auch durch steuerliche Abschreibungsanreize. Töpfer sprach sich in diesem Zusammenhang auch für die Schaffung eines neuen Energieeffizienz-Gesetzes aus, in dem Ziele, Maßnahmen und Förderungen dargelegt werden sollten.
Kritische Worte fand Staatssekretär Bomba, der auch Fehler bei der Planung und bisherigen Durchführung seitens der Politik eingestand. Einiges sei mit "heißer Nadel gestrickt" worden und müsse nun für die Zukunft modifiziert werden. "Die Energiewende ist eine Dekaden-Aufgabe jenseits von Legislaturperioden" und müsse in einem allgemeingültigen Konsens aller politischen Kräfte unter Einbeziehung der gesamten Bevölkerung umgesetzt werden. "Die Bürger müssen mitgenommen werden", betonte Bomba und dafür seien in vielen Bereichen Feinjustierungen und in einigen Bereichen sogar stärkere Umsteuerungen notwendig. Die Kombination von Bauen, Wohnen und Verkehr und damit einhergehend die Vernetzung von Energiebedarf und -verbrauch seien die Herausforderungen der Zukunft.
Die Bedeutung der Energieeffizienz für mittelständische Kooperationen hat DER MITTELSTANDSVERBUND schon vor einigen Jahren erkannt. Mit dem Projekt "Mittelstand für Energieeffizienz" unterstützt DER MITTELSTANDSVERBUND die Verbundgruppen bei den damit verbundenen Herausforderungen. Um die Erfolge des Projekts zu sichern und noch weiter auszubauen, wird DER MITTELSTANDSVERBUND Gespräche über eine mögliche Kooperation mit der DENEFF führen.
Die DENEFF stellte im Rahmen der Konferenz auch erste Ergebnisse eines Branchenmonitors vor, der in dieser Form erstmalig erstellt wurde. Die Energieeffizienzbranche erstreckt sich als Querschnitt von Voreiterunternehmen über breite Teile der Wirtschaft, von Maschinenbauern über Hersteller von Elektrogeräten, Bauprodukten oder Heizungs- und Klimatechnik bis hin zu Dienstleistungen wie Finanzierung, Bauausführung oder Energieberatung.
Ansprechpartner ist Sebastian Stransky: E-Mail: s.stransky@mittelstandsverbund.de, Tel: 030 / 590 09 96-19.