MENÜ MENÜ

Decor-Union: Kein Zweckoptimismus - aber: Das Glas ist halb voll!

Decor-Union befragt Mitglieder- in jeder Krise steckt auch eine Chance!

19.01.2009

Wenn derzeit etwas Konjunktur hat, dann sind es Krisenprognosen für die Wirtschaft. Die renommierten Institutionen überschlagen sich in düsteren Prophezeiungen. Allen voran das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das für das Jahr 2009 einen Konjunktureinbruch von 2,7 Prozent voraussagt.
Dem stehen durchaus auch positive Signale gegenüber. So die gesunkene Inflationsrate, nicht zuletzt aufgrund des Preisverfalls bei Öl und Gas. Das Weihnachtsgeschäft wurde von den Einzelhandelsbranchen teils als ordentlich, teils als kleiner Kaufrausch bewertet. Und es gibt noch das eine oder andere Signal mehr, welches in den Medien allerdings nur am Rande Erwähnung findet. Denn Negativnachrichten verkaufen sich besser.

Krisengerede als sich selbst erfüllende Prophezeiung?

Wer sich von dem Krisengerede anstecken lässt, hält sich bei den privaten Ausgaben zurück und leistet damit selbst einen Beitrag zur Ausbreitung der Krise. Insofern hat alles auch mit Psychologie zu tun. Fakt ist, dass der Mittelstand sich bisher robuster in der Krise erweist und nur bedingt von der allgemeinen Schwarzmalerei anstecken lässt. Insofern kommt das Ergebnis einer Konjunkturumfrage, die die Decor-Union bei einem Teil ihrer Erfa-Mitglieder Anfang des Jahres durchführte, nicht überraschend. Wichtig ist es, die Krise als Chance zu begreifen: Denn die Rückbesinnung auf traditionelle Werte rückt automatisch die eigenen 4 Wände in den Vordergrund. Und hier gilt es, den Kunden abzuholen. Allerdings müssen diese Verbraucher aus der Reserve gelockt werden. Denn auch sie werden zum Teil vom Krisengerede infiziert und lassen ihr Geld auf dem Konto.
Der Unternehmensberater Gottfried Heßling dazu: „Für das Ladengeschäft stagnierte die Kundenfrequenz schon seit Jahren, ist zum Teil sogar rückläufig“. In ungezählten Erfa-Tagungen innerhalb der Decor-Union-Gruppe haben er und seine Kollegen den Inhabern und dem Führungspersonal der Handelsbetriebe immer wieder empfohlen, auch auf die handwerkliche Dienstleistung zu setzen. Also Teppichboden, Gardinen und Tapeten nicht nur über die Ladentheke zu verkaufen, sondern möglichst mit dem vollen Service. Die fachgerecht ausgeführte Dienstleistung erhöht für die Verbraucher das Wohnvergnügen und für den Handel die Rendite. Sie bildet die Alternative zum Do-it-yourself-Verkauf anderer Anbieter.

„Die Investition in die Dienstleistung zahlt sich seit längerem aus“, sagt Decor-Union-Geschäftsführer Enno Kramer. „Sie bildet das Fundament, das vielen unserer Mitgliedsfirmen hilft, auch schwierige Zeiten zu überstehen“.

So sehen die Mitglieder die nähere Zukunft

Um zu erfahren, wie die Mitgliedsfirmen der Decor-Union ihre Geschäftsaussichten für das Jahr 2009 beurteilen, wurde eine interne Befragung durchgeführt. Die Ergebnisse im Einzelnen:

Zunächst, 72,4 Prozent des Einzelhandels waren mit der Entwicklung ihres Unternehmens im Jahr 2008 zufrieden bzw. sehr zufrieden. In einer Zeit also, da die drohenden Vorboten der Krise schon sichtbar waren. Die Erwartungen für die Geschäftsentwicklung 2009 sind hingegen leicht eingetrübt.. Doch immerhin sehen 10,3 Prozent der Einzelhandelsunternehmer dem laufenden Jahr sehr positiv entgegen und 34,6 Prozent eher positiv. Das hebt sich deutlich von den in Moll gehaltenen Prognosen des Handels insgesamt ab. Wobei die Decor-Union-Firmen ihrem mit der handwerklichen Dienstleistung verbundenen Geschäft eindeutig Priorität einräumen.
Ferner wollte man wissen, welche unternehmerischen Prioritäten für die Einzelhändler in den nächsten Monaten Vorrang haben. Die Sicherung der Liquidität ist 62,1 Prozent der Befragten sehr wichtig, 20,7 Prozent noch wichtig. Auch der Sicherung der Rentabilität messen die Befragten große Bedeutung bei. 44,8 Prozent halten sie für sehr wichtig und 31,9 Prozent noch für wichtig.

Ein ähnliches Bild bei der Einkaufskontrolle, die für 51,7 Prozent sehr wichtig und für 34,5 Prozent wichtig ist. Auch die Mitarbeitermotivation spielt eine Rolle. 62,1 Prozent räumen ihr hohe Priorität ein.
Dazu sagt Dietmar Stelter, der in Versmold und Warendorf zwei Fachmärkte betreibt: “Meine Mitarbeiter sind mein Kapital. Ihre Beratungsleistung ist das Fundament für unser Geschäft“. Zwar erwartet Stelter ein recht schwieriges Jahr. „Doch hektischer Aktionismus macht keinen Sinn“, sagt er. Sein Motto lautet, Ruhe bewahren. Wobei er in der glücklichen Lage ist, keine Liquiditätsprobleme zu haben. Noch eine Kennziffer aus der Befragung: Den derzeitigen Auftragsbestand sehen 62,1 Prozent des Einzelhandels bei Decor-Union auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2008, 10,3 Prozent sogar besser.

Ähnlich wie ihre Einzelhandelskollegen, eher noch zuversichtlicher, beurteilen die Großhandelsunternehmer die Entwicklung, nämlich zu 22,2 Prozent positiv und zu 44,4 Prozent eher positiv. Den derzeitigen Auftragsbestand sehen sie auf Vorjahresniveau. Auch für den Großhandel haben Rentabilität, Einkaufskontrolle und Mitarbeitermotivation große Bedeutung, gefolgt von der Sicherung der Liquidität.

Fazit aus Sicht der Kooperation: In jeder Krise stecken auch Chancen. Wer sie zu nutzen versteht, kommt mit seinem Unternehmen einigermaßen heil aus dem Schlamassel heraus, kann sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen. Vorausgesetzt, es werden die Ratschläge von Betriebswirtschaftlern und Marketingfachleuten befolgt — und zwar bevor die Situation da ist. Den Kopf in den Sand stecken, Selbstmitleid und Inaktivität wären schlechte Ratgeber.

Zurück zur Übersicht
Weitere Artikel