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Compliance: Vabanque-Spiel für mittelständische Unternehmen

Zahlreiche Unternehmen in Mittelstand und Verbundgruppen vernachlässigen das Thema „Compliance“ und gehen damit existenzielle Risiken ein, warnt Wolfgang J. Schaupensteiner auf dem 5. Deutschen Großhandels- und Kooperationskongress.

22.10.2010

„Partnern kann man doch mal einen Gefallen tun!“ - Ob bewusst oder unbewusst, in den Geschäftspraktiken vieler kooperierender Mittelständler stecken enorme Risiken, die Firmenchefs und Mitarbeiter sogar ins Gefängnis bringen können. Dabei gehe es nicht nur um offensichtliche Kriminalität wie Betrug oder Unterschlagung, so der ehemalige Oberstaatsanwalt Wolfgang J. Schaupensteiner in seinem gespannt aufgenommenen Vortrag auf dem 5. Kooperationskongress in Berlin. Bereits größere Geschenke an Geschäfts- und Kooperationspartner — von der gemeinsamen Hochseeangeltour bis hin zu kostenlosen Renovierungsarbeiten — könnten verheerende rechtliche Folgen haben. Und hat es die Geschäftsführung versäumt, Kontrollsysteme gegen Verstöße gegen Moral, Normen und geltendes Recht, neudeutsch Compliance, zu installieren, trifft sie die volle Haftung.

Während nun Großkonzerne umfangreiche Compliance-Systeme aufgesetzt haben, werde das Thema bei kleinen und mittleren Unternehmen noch enorm unterschätzt. Zudem treffe Schaupensteiner häufig auf Naivität und auf fehlendes Unrechtsbewusstsein bei den Unternehmenslenkern: „Ich habe doch niemandem geschadet!“ — diesen Satz habe er regelmäßig gehört, genützt habe er den Betreffenden selten. Schaupensteiner empfahl deshalb, die Regelkonformität umfassend durch geeignete Standards und Kontrollsysteme sicherzustellen.

Den Verbänden empfahl er, proaktiv dieses Thema aufzugreifen und den Mitgliedern geeignete Richtlinien und Beratung anzubieten.

Nähere Informationen darüber, was der ZGV bereits in dieser Hinsicht unternimmt. erhalten Sie von Dr. Konstantin Kolloge, Tel. 030 — 59 00 99-661 oder k.kolloge@zgv-online.de .

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