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Caparros sagt Preissenkungsmaschine den Kampf an

Die Jubiläumsfeier des Vereins M ittelständischer L ebensmittel- F ilialbetriebe in Köln nahm der REWE-Chef zum Anlass, der verheerenden Abwärtspreisspirale im Lebensmittelhandel Einhalt zu gebieten

25.04.2009

Köln, 27. April 2009 -Vor mehr als 700 Gästen der Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Vereins Mittelständische Lebensmittel-Filiabetriebe (MLF)in Köln nahm Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der REWE Zentral AG zum Anlass, das Wort gegen die verheerende Geschäftspraxis einer fortwährenden Abwärtspreisspirale im Lebensmitteleinzelhandel zu erheben. Mit Verweis auf den Zauberlehrling, den die von ihm gerufenen Geister schließlich in Angst und Schrecken versetzten, mahnte er seine Kollegen eindringlich. Caparros wörtlich: „Eines Tages steht an unserem Geschäft: Wir waren immer die billigsten - ab heute geschlossen!“ Wenn der Handel in diesem Punkt selbst Teil des Problems sei, müsse er auch Teil der Lösung werden. Trotz der hohen Marktbedeutung könne Discount nicht die Zukunft des Lebensmittelhandels sein. Besinnen müsse man sich vielmehr darauf, was Unternehmen einzigartig mache. Für ihn sei dies vor allem der „Spirit“ in einer Organisation. In diesem Zusammenhang lobte er insbesondere herausragende Inhaberunternehmen aus der genossenschaftlichen Organisation. Mit positiven Leitideen und emotional ansprechenden Inszenierungen ihrer Märkte könne man Kunden begeistern. Er sei davon überzeugt, dass Märkte wieder eine soziale Funktion übernehmen müssten. Dies könne aber nur gelingen, wenn sowohl gerecht bezahltes und qualifiziertes Personal, fair gehandelte Ware und verlässliche Qualitätssicherung garantiert werden könne. Der Kampf um die Zukunft werde der Kampf um das Vertrauen der Verbraucher sein. Da die Kunden stärker auf ökologisches, nachhaltiges Verhalten der Unternehmen schauten, mache sich deren entsprechendes vorausschauendes Handeln bezahlt.

Mit Vehemenz wandte er sich gegen „öffentliche Verdächtigungen“ der Konsumgüterindustrie, demgemäß der Handel seine Marktmacht ausnutze. Er forderte von ihr hingegen mehr Produktinnovation nach Kundenbedürfnissen unter Nutzung der Erfahrungen des Handels ein und warb für zielgruppenspezifischere Produkte, etwa mit Blick auf die Demographie und den wachsenden Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund.
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