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Bundeskanzlerin Merkel: Dem Fachkräftemangel durch bessere Integration und mehr Zuwanderung begegnen

Auf dem Deutschen Arbeitgebertag forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine verstärkte Integration von Migranten und zeigte sich offen für mehr Zuwanderung. Diese sei dringend notwendig und dürfe nicht gegen die Mobilisierung inländischer Potenziale ausgespielt werden, so Wirtschaftsminister Brüderle in seiner Anschlussrede.

03.12.2010

Berlin, 23. November 2010 — Als Hauptrednerin des Deutschen Arbeitgebertages hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine wirksamere Integration von Einwanderern als zentral für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands ausgemacht: „Ein Schlüssel für die Bewältigung des Fachkräftemangels ist die Integration der hier lebenden Migranten!“ So würden Kinder aus Migrantenfamilien momentan noch doppelt so häufig die Schule abbrechen wie deutsche Kinder und hätten doppelt so oft keine Berufsausbildung. Merkel forderte daher zwingende Integrationskurse und Sanktionsmöglichkeiten. „Das Potenzial dürfen wir nicht vergeuden!“, so die Bundeskanzlerin. Ebenso müsse auch über die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte gesprochen werden.

Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) ging in seiner anschließenden Rede hier deutlich weiter. Wer eine „Zuwanderung in Qualität“ gegen Bildungs- und Qualifizierungsinvestitionen ausspiele, versündige sich an den Zukunftschancen Deutschlands. Angesichts von weniger als 150 hochqualifizierten Zuwanderern nach Deutschland pro Jahr sind laut Brüderle offenere Zuwanderungsregeln zwingend notwendig: „Die jetzigen Regelungen reichen nicht aus!“ Daneben müsse Deutschland auch als Standort attraktiver werden. So sorgten häufig überbordenden Bürokratie und eine hohe Steuerbelastungen dafür, dass qualifizierte Arbeitskräfte Deutschland den Rücken kehrten.

Neben dem Fachkräftemangel war die Diskussion um die Tarifeinheit ein beherrschendes Thema des Arbeitgebertages. „Da gibt es Regelungsbedarf“, so Bundeskanzlerin Angela Merkel, „bevor die Tariflandschaft zersplittert ist“. Innerhalb der kommenden zwei Monate werde die Bundesregierung hier tätig werden.

Dr. Konstantin Kolloge, ZGV-Büro Berlin, 030 - 59 00 99 661

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