Auf die Bonität kommt es an: "Basel II" nun Realität
Seit rund fünf Jahren wurde gerade im Mittelstand hitzig diskutiert, was zum 1.1. 2007 Realität geworden ist. Kooperierende Unternehmen haben "gute Karten".
12.01.2007
Als der Kreditausschuß der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich Ende Mai 2001 einen Beschluß faßte, mit dem die Eigenkapitalvorschriften der Banken europaweit stärker auf die Bonität der Kunden ausgerichtet wurden, entbrannte in der gesamten Wirtschaft, insbesondere aber bei den mittelständischen Unternehmen, eine lebhafte Debatte.
Der als "Basel II" bekannte Beschluß wurde bald zum "Schreckgespenst" des Mittelstandes hochstilisiert. Manchen Betriebsinhaber trieb die Furcht um, daßdas Wunschziel nachdem Kreditohne Komplikationen bei seiner Hausbank in weite Ferne rückt. Denn bei schwacher Eigenkapitalausstattung und geringer Rendite seines Unternehmens - im Deutschen Mittelstand eher die Regel als die Ausnahme - ist es um die von den Banken als "Rating" bezeichnete Kreditwürdigkeit eher schlecht bestellt. Tatsächlich bildet das jeweilige Kreditwürdigkeits- oder Bonitätsurteil die maßgebliche Entscheidungsgrundlage für die kreditgebende Bank. Immer dann, wenn die Bank wegen eines schlechteren Ratings zu einer höheren Eigenkapitalhinterlegung angehalten ist, wird sich dies auf die Kreditkonditionen für den Kunden niederschlagen.
Der größte Teil der Berechnung dieser Konditionen ist nach dem Ratingverfahren der jeweiligen Bank stark standardisiert. Jedoch verfügen die Banken nach wie vor über Freiheitsgrade in der individuellen abschließenden Bonitätseinstufung eines Kunden, bei der verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Erfahrungsgemäß schauen bei Kunden aus dem Mittelstand immer mehr Banken auf derenMaßnahmen und Strategien zur Stabilisierung und Stärkung ihrer Position im Wettbewerb. Hierbei spielt bereits erfreulich oft die Zugehörigkeit zu einer leistungsfähigen Verbundgruppe eine gewichtige Rolle.
Die auf der Studie "Verbundgruppenzugehörigkeit und Risiko" fußende Informationskampagne des ZGV, die nun bereis insdritte Jahr schreitet, hat an dieser positiven Entwicklungeinen gewichtigen Anteil. Mit mehr als 50.000 Zertifikaten, die den mittelständischen Unternehmen die Mitgliedschaft in einer Verbundgruppe bestätigt, ist dank dem engagierten Mitwirken der ZGV-Mitglieder ein Kommunikationsinstrument geschaffen worden, das die Bedeutung und den konkreten Nutzen von Verbundgruppen für den Mittelstand eindrucksvoll unterstreicht.
Viele Mitglieder haben bereits das Zertifikat 2007 abgerufen, dessen Wert durch die zunehmende Akzeptanz beiimmer mehrBanken stetig wächst.
Fragen zu dieser Thematik bitte an l.veltmann@zgv-online.de