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90 Jahre anwr in Berlin: Kongress in Berlin im Zeichen des Netzwerks

Bei der Jubiläumsveranstaltung in Berlin kündigte der neue Vorstandsvorsitzende Günter Althaus einen Kurs an, der "die anwr seinen Mitgliedern noch näher bringt".

08.07.2009

Berlin, den 22.06.2009: „Die 48 Stunden von Berlin“ — unter diesem Motto feierte die anwr-Gruppe in Berlin ihr 90-jähriges Bestehen. Vom 21.-23. Juni kamen die Mitglieder der anwr eG zur jährlich stattfindenden Generalversammlung zusammen, in der es um den Geschäftsbericht 2008 sowie die Strategien für die Zukunft der Gruppe ging. Günter Althaus, Vorstandsvorsitzender der Gruppe, appellierte in seiner wegweisenden Rede an die Geschlossenheit der Kooperation. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Walter Otremba, Staatsekretär im Bundeswirtschaftsministerium, und Trendforscher Prof. Wippermann als Referenten, einer Spreefahrt durch Berlin, einem launchigen Club-Abend, einer Schnitzeljagd durch die Hauptstadt und einem grandiosen Varieté-Abend im Tipi boten nicht nur Information und Unterhaltung, sondern auch ideale Gelegenheit zum ‚Netzwerken’.

„Für den anwr-Kongress in Berlin habe ich mir extra neue Schuhe gekauft!“ Mit diesem humorigen Einstieg begrüßte Walter Otremba, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, die Mitglieder der anwr in Berlin. Der insbesondere für die Mittelstandspolitik des BMWI zuständige Otremba bezog selbstverständlich zu den jüngsten Entscheidungen seines Ministeriums Stellung. Insbesondere die Arcandor-Pleite stand im Mittelpunkt seiner Ausführungen.

„Wir können kein Museum für den Einzelhandel bilden. Den Heizer auf der E-Lok gibt es heute auch nicht mehr!“ Für ihn steht Arcandor symptomatisch für die immensen Herausforderungen, denen sich der Handel zukünftig insgesamt stellen muss. „Leichter wird es nicht. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass das Konsumklima stabil bleibt.“

Mit besonderer Spannung erwartet wurde die erste Rede von Günter Althaus in seiner neuen Funktion als Vorstandsvorsitzender der anwr eG.

„Kooperieren oder krepieren!“,

mit diesem Zitat von Dr. Georg C. Neumann, einem seiner Vorgänger im Amte, wählte Althaus einen bewusst provokanten Einstieg. Schließlich sieht er es als eine der wichtigsten strategischen Herausforderungen an, die Gruppe über ihre Geschlossenheit für die Zukunft zu rüsten:

„Unsere Genossenschaft, aber auch die Genossenschaft schlechthin, ist ein absolutes Erfolgsmodell. Insgeheim freue ich mich schon ein wenig darüber — und ich arbeite jetzt schon seit 20 Jahren in genossenschaftlichen Unternehmen — dass sich gerade diese Rechtsform, gerade dieses Organisationsmodell, auch in der jüngsten Krise als Stabilitätsfaktor schlechthin erwiesen hat. Die besondere Form unserer Kooperation, nämlich das demokratische Willensbildungsprinzip, schützt unsere Unternehmen vor kapitalistischen Exzessen, wie wir sie in anderen Organisationsformen erlebt haben. Die Kooperation lebt von der Geschlossenheit ihrer Mitglieder. Wenn ich an die langfristige Ausrichtung der anwr-Gruppe denke, ist der Wert, den ich in dieser Gruppe umsetzen möchte, ein zutiefst genossenschaftlicher. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die anwr eine starke, unabhängige Gemeinschaft marktführender und leistungsfähiger Schuh- und Sporthändler ist.“

Im Rahmen der von Hans-Jürgen Robers, Aufsichtsratsvorsitzender der anwr eG, geleiteten Generalversammlung wurden nicht nur der Vorstand und der Aufsichtsrat entlastet sowie die Bilanz und die GuV verabschiedet. Auch Michael Ratter, anwr-Schuhhändler aus Ulm, wurde erneut in den Aufsichtsrat der Gruppe gewählt.

Dabei redete Hans-Jürgen Robers seinen Kollegen noch einmal kräftig ins Gewissen: „Wenn wir unsere Schlagkraft nicht verbessern, dann wird sich die Konditionenschere zwischen den Fachhändlern und den Big Playern der Branche weiter zu Lasten des Fachhandels verschlechtern.“

anwr World Cafe im Zeichen des Netzwerks

Ein spannendes Experiment für das Netzwerk anwr bildete das anwr World Cafe. Das World Café ist eine Methodik, die es erlaubt, Gespräche so zu verbinden, dass Zugang zum Wissen einer ganzen Gruppe geschaffen wird und neue Kreativität und Energien entstehen. Dabei bildet die lockere Atmosphäre eines Kaffeehauses den ungezwungenen Rahmen dieser Großgruppentechnik.

! Wie können wir Mitbestimmung zeitgemäß umsetzen, um unsere Interessen in Zukunft besser zu vertreten?

! Wie können wir, die Händler, uns besser vernetzen?

! Was ist notwendig, damit das Netzwerk anwr die nächsten zehn Jahre erfolgreich bewältigt?

In mehreren Arbeitsrunden beschäftigten sich die anwr-Mitglieder mit diesen zukunftsweisenden Fragen. Ergebnis der Interaktivität waren jede Menge innovative Ideen und Anregungen, die in erstaunlich kurzer Zeit von den Teilnehmern produziert und von den TischModeratoren am Ende präsentiert wurden.

Den idealen Einstieg in das spannende Thema Netzwerk bildete der Vortrag von Professor Wippermann vom Trendbüro in Hamburg. Er verdeutlichte eindrucksvoll, warum Kooperation in Netzwerken Voraussetzung für Erfolg ist. Im Mittelpunkt stand dabei der Begriff der Schwarmintelligenz, den er nicht nur anhand von Beispielen visualisierte. Vielmehr zeigte er den anwr-Mitgliedern auf, wie soziale Netzwerke über gemeinsame Interessen, gemeinsame Kommunikation, gemeinsames Handeln und gemeinsame Innovationen funktionieren.

Varieté-Abend Höhepunkt der 48 Stunden von Berlin

Eine Stadtrundfahrt auf einem Spreeboot, ein launchiger Club-Abend im Berliner Osten und eine von Gore-Tex unterstützte Stadtralley bildeten den kurzweiligen Rahmen des anwr-Kongresses. Absoluter Höhepunkt war jedoch die Abendveranstaltung im Tipi im Schatten des Kanzleramts. Dort erlebten die Händler einen Varietéabend, der an die großen Shows der Stadt in den „Golden Twenties“ erinnerte. Begleitet von einem festlichen Dinner machten Stargäste wie Florian Schröder sowie zu Show-Girls, Marionetten-Spielern, Zauberern und Cowboys verwandelte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der anwr-Gruppe diesen Abend zu einem unvergesslichen Höhepunkt.

Unterstützt wurde die anwr-Gruppe bei der Ausrichtung des Kongresses von der Kölner Agentur Klubhaus. Der Termin für den nächsten anwr-Kongress ist der 20. / 21. Juni 2010.

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