Mehr Mut! Freiraum für Unternehmertum, Innovation und Wachstum
Positionen des MITTELSTANDSVERBUNDES zur Bundestagswahl 2025
08.01.2025
Als MITTELSTANDSVERBUND stehen wir für 300 Verbundgruppen mit 230.000 Unternehmen und einem Umsatz von mehr als einer halben Billion Euro. Damit vertreten wir das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und den entscheidenden Faktor für gelingende Transformation. Entsprechend hoch sind unsere Erwartungen an die nächste Bundesregierung: Weil wir wissen, dass über die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft nicht auf dem Papier entschieden wird – sondern im kooperierenden Mittelstand.
Ein zaghaftes Aufbruchssignal: Der Koalitionsvertrag im Check
Wir brauchen mehr Mut, um den Reformstau am Standort aufzulösen. Mut, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die Leistung und Eigenverantwortung wertschätzen. Und vor allem Mut, Unternehmerinnen und Unternehmern wieder Freiraum zu lassen, damit sie sich voll auf ihr eigentliches Kerngeschäft konzentrieren können: Arbeitsplätze zu schaffen, Wohlstand zu erwirtschaften und Innovationen voranzutreiben. Daher ist klar: Die nächste Bundesregierung muss ihr Fundament auf einer mutigen wirtschaftspolitischen Agenda bauen!
MITTELSTANDSVERBUND-Präsident Eckhard Schwarzer zu den Ergebnissen der Bundestagswahl 2025
Mehr Freiraum: Bürokratie & Digitalisierung
Unnötige Bürokratie bremst die Unternehmen im kooperierenden Mittelstand aus. Das bedroht auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Es gilt, Ballast abzuwerfen und Wachstumspotenziale zu entfesseln: Der Mittelstand verdient mehr Freiraum! Mit verbindlichen Entlastungszielen, besserem Dialog zwischen Politik und Wirtschaft und einer Digitalisierungsoffensive, die ihren Namen verdient, wird dies möglich.
Unsere Kernforderungen:
- Verbindliche Bürokratiereduktionsziele durch einen gestärkten Normenkontrollrat sowie angemessene Verbändebeteiligungen in Gesetzgebungsverfahren
- Ein zentrales Unternehmensportal und verbindlichen digitale Standards
- Ein Moratorium für neue Berichtspflichten und die praxisorientierte Anpassung bestehender Anforderungen im Rahmen des Green Deals
Was fordern die Parteien zur Bundestagswahl?
Zum Wahlprogramm-Check: Bürokratieabbau & Digitalisierung
Mehr Wachstum: Steuern & Finanzen
Der Standort ist steuerlich nicht mehr wettbewerbsfähig, was den Mittelstand als unmittelbar trifft. Es ist Zeit, umzusteuern und die wirtschaftliche Dynamik zu entfesseln: Der Mittelstand fordert eine Steuerreform, die wieder mehr Wachstum schafft. Ein vereinfachtes Steuerrecht und gezielte Entlastungen machen dies möglich – ohne, dass die Schuldenbremse angetastet werden muss.
Unsere Kernforderungen:
- Mittelstandsfreundliche Anpassung von Körperschaft-, Einkommen- und Gewerbesteuer und Abschaffung gewerbesteuerlicher Hinzurechnungen
- Mehr Pauschalierungen und kürzere steuer- und handelsrechtliche Aufbewahrungsfristen
- Verzicht auf neue steuerliche Anzeige- und Berichtspflichten
Was fordern die Parteien zur Bundestagswahl?
Zum Wahlprogramm-Check: Steuern & Finanzen
Mehr Innovation: Nachhaltigkeit & Lieferketten
Solange mittelständische Unternehmen in einer Flut aus Dokumentations- und Berichtspflichten ertrinken, kommt die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit nicht voran. Politik muss dafür mehr Innovation zulassen: Denn Transformation muss zuerst gestaltet, nicht dokumentiert werden. Klare, mittelstandsgerechte Rahmen verschaffen Unternehmen den notwendigen Handlungsspielraum.
Unsere Kernforderungen:
- Ein fokussierter ESRS-Standard, keine doppelten Berichtspflichten und ein digitaler Berichtsrahmen
- Gezielte finanzielle Anreize und deutlich weniger bürokratische Hürden für die Digitalisierung fairer und nachhaltiger Lieferketten
Mehr Verlässlichkeit: Energie & Klimaschutz
Damit die Energiewende kein politisches Projekt bleibt, sondern zur wirtschaftlichen Chance wird, müssen jetzt die Weichen gestellt werden: mit einer Politik, die die Rolle des Mittelstandes als Innovationstreiber und Wachstumsmotor anerkennt. Weniger Symbolik und mehr Verlässlichkeit muss zur Leitlinie werden – mit einer zukunftsfesten Energieinfrastruktur, stabilen Energiepreisen und verlässlichen Förderkulissen.
Unsere Kernforderungen:
- Niedrigere Steuern, Abgaben und Umlagen auf Energie, beschleunigte Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energieversorgung
- Technologieoffene Förderung, weniger Bürokratie und ein fairer, marktwirtschaftlich gestalteter CO2-Preis
- Einführung eines zentralen „One-Stop-Shops“ für Förderprogramme sowie langfristige steuerliche Anreize für Investitionen in Klimaschutz
Was schlagen die Parteien zur Bundestagswahl vor?
Zum Wahlprogramm-Check: Energie & Klimaschutz
Mehr Eigenverantwortung: Arbeitsmarkt & Unternehmertum
Auf dem Arbeitsmarkt fordert der Fachkräftemangel den Mittelstand nach wie vor heraus. Um mehr Beschäftigung zu ermöglichen und das Arbeitskräftepotenzial auszuschöpfen, muss die Arbeitsmarktpolitik mehr Eigenverantwortung zulassen: Die direkte, individuelle Arbeitsorganisation zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Mittelstand braucht flexible Rahmenbedingungen.
Unsere Kernforderungen:
- Schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse, mehr qualifizierte Zuwanderung und flexiblere Aufenthaltstitel
- Erleichterung der Beschäftigung Älterer und Flexibilisierung des Arbeitszeitrechts mit einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 48 Stunden
- Abbau bürokratischer und finanzieller Hürden für selbständige Unternehmer
Was schlagen die Parteien zur Bundestagswahl vor?
Zum Wahlprogramm-Check: Arbeitsmarkt & Unternehmertum
Mehr Fairness: Wettbewerb & Kooperation
Inhabergeführte, regional verwurzelte Unternehmen stehen heute im Wettbewerb mit global agierenden Digitalkonzernen und weitverzweigten Filialnetzen. Um in diesem Wettbewerb zu bestehen, bieten überbetriebliche Kooperationen in Genossenschaften und anderen Verbundgruppen die beste Chance: Darum gilt es, die wirtschaftliche Vielfalt zu stärken und mehr Fairness im Wettbewerbsrecht zu schaffen.
Unsere Kernforderungen:
- Sicherer Rechtsrahmen für Nachhaltigkeitskooperationen und gemeinsames Lieferkettenmanagement
- Level Playing Field für Kooperationen gegenüber Konzernen in Bezug auf Daten- und Informationsaustausch
- Eine zentrale Anlaufstelle für Verbundgruppen im Bundeswirtschaftsministerium