Digitalisierung im Mittelstand gemeinsam gestalten
Am 1. August 2024 ist mit der EU-KI-Verordnung der weltweit erste umfassende Rechtsrahmen für KI in Kraft getreten (AI-Act). Nun beginnt die nächste Phase der digitalen Transformation für KMU: KI-Lösungen gezielt einsetzten, um wettbewerbs- und zukunftsfähig zu bleiben
14.01.2025
“Nur Unternehmen, die KI nutzen, um ihre Produkte und Services zu optimieren, werden im globalen Wettbewerb bestehen”, betonte Bundesdigitalminister Dr. Volker Wissing auf dem Digitalgipfel 2024.
Zugegeben: In der Praxis sind wir noch nicht ganz so weit. Bislang nutzen erst 11 Prozent der mittelständischen Unternehmen KI im Berufsalltag. ( Mehr zur Studie "KI und KI-Readiness im Mittelstand" )
Aber die Zahl der Verbundgruppen, die sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen, nimmt kontinuierlich zu. Bei vielen KMU stehen Prozessoptimierungen, strukturierter Datenaustausch und neue Geschäftsmodelle auf der Agenda 2025.
Digitalisierung in Kooperation
Während große Konzerne meist über eigene Ressourcen verfügen, um umfassende Digitalstrategien umzusetzen, ist der Mittelstand auf Kooperationen angewiesen. Die Einführung von KI-Tools, Cloud-Lösungen oder Plattformtechnologien ist kostenintensiv und erfordert Know-how: Mitarbeitende müssen geschult werden, um die digitale Transformation voranzutreiben. Gleichzeitig erfordert die Einhaltung neuer Vorschriften Anpassungen, die ohne branchenspezifische Unterstützung schwer umzusetzen sind. Diese komplexen Aufgaben können KMU nur mit gebündelten Kräften meistern.
DER MITTELSTANDSVERBUND- ZGV e.V. steht seinen Mitliedern und deren Anschlusshäusern bei der technologischen Weiterentwicklung natürlich auch in diesem Jahr zur Seite. Als Transferpartner des Mittelstand-Digital Zentrums Smarte Kreisläufe verfügen wir über ein großes Netzwerk des Mittelstand-Digital (BMWK), das kleine und mittlere Unternehmen kostenfrei und anbieterneutral bei der digitalen Wende unterstützt.
Die 29 Mittelstand-Digital Zentren heißen alle Unternehmen deutschlandweit willkommen, die 2025 ein Digitalisierungsprojekt planen oder ihre KI-Readiness steigern wollen. Zahlreiche Formate wie Unternehmensgespräche, Roadshows, Qualifizierungs-Workshops, KI-Escape Room, Innovationswerkstätte usw. helfen KMU bei der Orientierung im Themenfeld Digitalisierung und bereiten somit die ersten Ansätze für konkrete Digitalisierungsvorhaben vor.
Datenaustausch als Schlüssel zum Erfolg
“Daten sind das neue Öl”: Bei der Einführung neuer Technologien und Optimierung bestehender Prozesse gleichermaßen. Ohne konsistente und umfassende Daten sind Verzögerungen und Überbestände unvermeidlich. Sonst entstehen unnötige Kosten, ineffiziente Abläufe und die eigene Wettbewerbsfähigkeit sinkt. Fehlt dem Unternehmen also der Zugang zu relevanten Daten, kann es keine KI-Modelle entwickeln. Präzise Vorhersagen sind ebenfalls nicht möglich. Ohne Datenaustausch bleibt Künstliche Intelligenz für viele KMU eine unerreichbare Technologie, wodurch ihre Wettbewerber im Vorteil bleiben.
Gleichzeitig zwingen Regulierungen wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) oder der Digitale Produktpass (DPP) Unternehmen dazu, bestimmte Daten zu erfassen, zu speichern und zugänglich zu machen. Mit einem strukturierten Datenaustausch können KMU die notwendigen Anforderungen erfüllen sowie die Nachverfolgung von Produktdaten ermöglichen. Unternehmen, die den Datenaustausch vernachlässigen, laufen Gefahr, regulatorische Vorgaben zu verfehlen und Marktchancen zu verlieren.
Wie gelingt nun ein effektiver und sicherer Datenaustausch?
- Plattformen für Zusammenarbeit:
Gemeinsame Plattformen, auf denen Handel und Industrie Daten sicher austauschen können, schaffen Transparenz und Vertrauen. Sie bieten einen Echtzeit-Einblick in Lieferketten, Bestände und Produktionsprozesse. Durch standardisierte Prozesse werden Kosten und Verwaltungsaufwand reduziert.
- Datengenossenschaften:
Eine Datengenossenschaft ist eine kooperative Organisation, die von ihren Mitgliedern betrieben wird, um Daten gemeinsam zu sammeln, zu verwalten und zu nutzen. Dabei stehen die Interessen aller Mitglieder im Vordergrund. So können z. B. Handelsunternehmen gemeinsam Kundendaten auswerten, um personalisierte Angebote zu entwickeln oder Einkaufsgewohnheiten besser zu verstehen.
- Regelmäßiger Dialog:
Die fortschreitende Digitalisierung durchdringt sämtliche Wirtschaftsbereiche. Branchenübergreifende Veranstaltungen und Netzwerke fördern den Wissensaustausch und stärken die Kooperation. In diesem Zusammenhang möchten wir unsere Mitglieder darüber hinaus auf den Kongress VME Digitale. 25 in Bielefeld aufmerksam machen. Am 27. März 2025 lädt der Einkaufsverband Einrichtungspartnerring VME zum ersten Mal nicht nur die angeschlossenen Einrichtungshäuser, sondern die gesamte Möbelbranche sowie alle anderen Interessierten aus Handel, Industrie und Verbänden ein. “Die Digitalisierung mit den zusätzlichen Herausforderungen und Chancen durch die Künstliche Intelligenz ist so komplex, dass niemand im Mittelstand sich diesen Themen allein stellen kann”, so Frank Stratmann, Hauptgeschäftsführer des Einrichtungspartnerring VME.
Haben Sie Fragen oder Anregungen rund um Digitalisierung?
Lassen Sie uns in den Dialog treten! Nur gemeinsam können KMU die Potenziale der Digitalisierung voll entfalten und ihre Position im globalen Wettbewerb nachhaltig sichern.